[W10] Reisevorbereitungen

Hi there!

Tiefenfurter Landbrot! Das beste, was das Kanadische Land zu bieten hat.Uh, ich bin so aufgeregt, Ende der Woche geht es endlich los auf den nächsten Trip. Dieser Woche war geprägt von Vorbereitungen und endete schon relativ früh am Donnerstag. Nichtsdestotrotz war es trotzdem ziemlich anstrengend, alles wichtige in dieser Woche in den kurzen Zeitraum zu quetschen. Aber natürlich hat alles geklappt und ich konnte dann am Donnerstagnachmittag gut vorbereitet aufbrechen, aber davon mehr im nächsten Reiseartikel. In diesem Artikel geht es um Prokrastination und um Brot! Grund genug, direkt mal weiterzulesen!

Zu Beginn der Woche war leider noch nix geregelt, außer die Reise an sich, die war schon gebucht. Die Eckdaten lesen sich folgendermaßen, Start am Freitag morgen um viertel nach 7 (!) in Toronto, U-Bahn-Station York Mills (!!) knapp 10 km außerhalb von Downtown, dann vier Tage im Bus durch die Provinz Quebec, drei Nächte in Hotels, und am Montag Abend dann wieder in Toronto ankommen. Schon der Start stellte mich aber vor einige Herausforderungen. Ich wohne nun mal nicht in Toronto und habe auch keine Möglichkeit derart früh einen Ort derart weit entfert vom Stadtzentrum zu erreichen. Also wollte ich schon Donnerstagabend anreisen, eine Nacht in Toronto schlafen und dann am Freitagmorgen extrem früh mit der U-Bahn aus Downtown nach York Mills fahren. Also musste noch eine Übernachtungsmöglichkeit gefunden, sowie die Fahrt am Donnerstagabend und die Zugverbindung am Freitagmorgen geklärt werden. Außerdem brauchte ich auch noch eine Reisetasche, mein Koffer ist zu groß für so einen Kurztrip und mein Rucksack zu klein. Zu guter letzt musste ich dann noch Verpflegung einkaufen, sowie Pat beichten, dass ich Freitag nicht in Englisch sitzen werden und Dr. Dieckmann mitteilen, dass ich nicht im Lab bin. Also noch viel zu tun für so eine kurze Woche.

Nach dieser Bestandsaufnahme habe ich am Montag erstmal gar nix in der Richtung gemacht, Dienstag ist ja auch noch Zeit. Ich hatte morgends genug damit zu tun, das letzten Freitag überarbeitete Essay um einen kritischen Absatz zu erweitern (das was ich eigendlich Freitag gemacht haben sollte). Das Englisch macht ja spaß, aber langsam kann ich diese Essays nicht mehr sehen. Aber das hier war ja auch das vorletzte. Ach ja, Montags flatterte übrigends die Bestätigung ins Haus, dass das bestellte Internet in der nächsten Woche kommen sollte. Das klingt doch schon mal gut. Dachte ich da noch.

Am Dienstag habe ich mich dann von den Anstrengungen des Montags erholt. Hey, den Essay-Absatz kurz vor Abgabeschluss zu schreiben war gar nicht mal so lustig wie ich mir das vielleicht vorgestellt hatte. Auch wenn die Leistungen hier eher eine Nebenrolle spielen nehme ich die Aufgaben doch ernster als ich gedacht habe. Aber egal, morgen geht ja auch noch was.

Am Mittwoch wurde es dann langsam knapp, ich wollte ja noch so viel machen und morgen eigendlich schon mit gepackten Taschen das Haus verlassen, um dann aus dem Labor direkt abreisen zu können. Also jetzt mal Hackengas, heute muss ich was schaffen. Daher habe ich im Labor erstmal eine weitere Testreaktion angeschmissen, langsam muss ich ja auch mal mit Ergebnissen um die Ecke kommen, so viel Zeit habe ich ja auch nicht mehr. Während die Reaktion lief habe ich aus dem Fenster eine Horde Kinder beobachtet. Ich weiß nicht warum, aber es sind erstaunlich häufig Schulklassen hier an der Uni, vor allem aus der Primarstufe. Ich komme mir manchmal vor wie in einem Sommerferiencamp. Anscheinend haben da draußen Physik- oder Chemiestudenten toll klassisch Eis mithilfe von flüssigem Stickstoff als Kinderbelustigung zelebriert.

Eis machen mit Flüssigstickstoff zieht immer.

Eis machen mit Flüssigstickstoff zieht immer.

Waah, ich wollte ja noch morgen noch auf Reisen gehen, das hab ich ja beinahe vergessen! Nun aber fix, eben Hostels abgecheckt, toll, fast alles schon ausgebucht. Ein Platz im 8-Bett-Zimmer im Canadiana war noch frei, laut Bewertungen soll das ganz ok sein. Zumindest gibt es schlechtere. Und es ist relativ zentral gelegen, 10 Minuten zu Fuß zur U-Bahn und zum CN-Tower. Kostete etwas über 30 $, aber viel billiger sind Hostels in Toronto auch nicht. Mit 30 $ kann man schon pro Nacht rechnen. Eben noch Stadtkarten ausgedruckt, damit ich mich morgen in Toronto auch zurecht finde und noch fix ein Ticket für den Greyhound gekauft und Geld geholt. Und dann wieder ab ins Labor und die Reaktion beenden. Was wollte ich noch machen? Ach ja, Pat absagen. Toll, am Freitag sollten wir eigendlich eine sentence exercise schreiben. Das war so nicht im Syllabus vermerkt! Ich hatte den Trip extra auf den einzigen Assignment-freien Freitag gelegt. Naja, geht eben nicht anders. Dann noch schnell mit der 200 zur Conestoga Mall, ich brauche ja auch noch eine Reisetasche.

Eigendlich wollte ich immer schon ein Ninja sein... aber ich glaube ich überlegs mir noch mal.

Eigendlich wollte ich immer schon ein Ninja sein… aber ich glaube ich überlegs mir noch mal.

Ganz ehrlich Leute, ich habe diese Malls bis jetzt noch nicht begriffen. Das ist doch nur eine Ansammlung von Klamotten- und Schnickschnackläden, alle verkaufen dasselbe, alle sind superteuer und nix davon kann ich gebrauchen. Als ich nach Waterloo gekommen bin habe ich in der Mall Bettwäsche gesucht. Denkt ihr ich habe welche gefunden? Natürlich nicht! Jetzt suche ich eine Reisetasche, das heißt, eher eine kleinere Sporttasche, denn ich will ja nur vier Tage weg. Nix besonderes und nicht so arg teuer, denn ich weiß ja nicht mal, ob ich die wieder mit zurück nach Hause nehmen kann (von wegen Maximalgewicht im Reisegepäck und so). Nachdem ich alle Taschenläden abgeklappert hatte war ich drauf und dran einen kleinen Handgepäckstrolley für gefülte 200 $ zu kaufen, denn etwas anderes gibt es in dieser verkackten Mall einfach nicht! Wer plant diese Läden eigendlich? Ich habe dann 10 Minuten vor Ladenschluss (endlich!) in einem Sportgeschäft noch eine Tasche gefunden, die meinen Ansprüchen entsprach. Kompakt, einfach, nicht zu teuer. Bitte, geht doch. Die Tasche gefällt mir sogar so gut, dass ich die sehr wahrscheinlich mit nach hause nehmen werde. Wiegt auch nix. Dann bin ich noch eben im Zehrs vorbei, der hat ja länger auf (typisch für Lebensmittelmärkte). Ein Berg Snacks später konnte ich dann wieder zurück fahren, hat doch alles gut geklappt!

Tiefenfurter Landbrot! Das beste, was das Kanadische Land zu bieten hat.

Tiefenfurter Landbrot! Das beste, was das Kanadische Land zu bieten hat.

Das gute Brot, was ich für die Schnitten für unterwegs gekauft habe, hat mich dann doch ein wenig stutzig gemacht. Ich habe noch nie etwas von Tiefenfurt gehört, gibt es das überhaupt? Oder ist das nur ein Fantasiename der Brotmanufaktur, um dem ganzen einen wertigeren Touch zu geben? Die Recherchen nach der Herkunft des Namens gestaltete sich ein wenig schwierig, es stellte sich heraus, das Tiefenfurt ein Ort im polnischen Niederschlesien war, heute Parowa heißt, 950 Einwohner hat und in der deutschen Wikipedia nicht mal einen Eintrag besitzt. Der Ort hat historisch anscheinend eine kleine Bedeutung im Zusammenhang mit Porzellan, aber das alles ist eher nicht der Rede wert. Ich habe keine Ahnung, warum das Brot so benannt ist und gehe daher eher von einem Marketinggag aus. Diese leichtgläubigen Kanadier!

Der ehemalige niederschlesiche Landkreis Bunzlau um 1905.

Nach der Klärung der Brotfrage bleibt eigendlich nur noch zu bemerken, dass der Rest der Vorbereitungen wirklich gut verlief. Ich konnte sogar am Donnerstag noch spontan den Friseur aufsuchen, das war auch schon seit längerem bitter nötig, ich hatte es nur bis dato vor mir herge… naja ihr wisst schon. Auch konnte ich die sentence exercise für Freitag noch machen, Pat hatte die mir noch eben schnell zugemailt. Um fünf abends ging es dann ab nach Toronto und dann weiter in die unendlichen Weiten Kanadas.

Seit gespannt auf den nächsten Reiseartikel!

Euer Niko

 

 

 

2 Gedanken zu „[W10] Reisevorbereitungen

  1. Mattes

    Hey Nichau!
    Wenn du wieder im Lande bist machen wir einen Kurztrip nach Tiefenfurt ^^ Und nicht…
    Wie du ja weißt bin ich selbst ein Meister der Prokrastination, ich verstehe dich daher nur zu gut 😉 Eig. jede Woche stehe ich vor dem Dilemma dass ich ja in 1,5 h schon im Zug sitzen muss aber ja gestern Abend doch nicht mehr gespült habe. Deswegen habe ich gleich auch noch einen Berg Geschirr wegzuschaffen 😉
    Ich bin auf jeden Fall gespannt auf den Reiseartikel, ich hoffe, es war n toller Trip!
    GLG aus Aachen,
    Mattes

    Antworten
  2. Janosch

    Hey du.
    Ich hab ja lange nicht reingeschaut (shame on jana), aber cool dass du doch noch deinen trip geschafft hast. Freue mich, dich vllt bald mal wieder zu sehen.
    Groetjes aus Bremen

    Antworten

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