[W3] Oh wei, schon Woche Nummer 3!

Hi there!

Spacige Schutzbrille! Drückt aber nach einiger Zeit trotzdem...Und Zack, schon ist wieder die nächste Woche um. Hat doch gar nicht wehgetan. So viel ist besonderes ist auch gar nicht passiert. Aber das denke ich vor jedem Bericht und dann schreibe ich doch wieder weit über 1000 Wörter. Aber mir ist aufgefallen, dass sich in den letzten Berichten einiges wiederholt hat, anscheinend habe ich doch nicht so viel zu erzählen. Hoffen wir mal, dass es in Zukunft wieder abwechslungsreicher wird.

Am Montag, den 20.05 war Victoria Day (gut, das habe ich im letzten Beitrag auch schon erzählt.). Da ich nicht zur Uni musste, habe ich mir besonders viel vorgenommen. Gemacht habe ich natürlich entsprechend wenig. Aber das war ja abzusehen. Wenigstens bin ich dazu gekommen, den ersten Versuch meines Projektes vorzubereiten. Mein Prof war nämlich nur Dienstag morgen da, danach hatte er sich für den Rest der Woche verabschiedet. Daher wollte ich alle Fragen noch am Dienstag morgen stellen, sodass ich die Woche über vernünftig alleine arbeiten kann. Denn es gibt nichts blöderes, als eine Arbeit nicht machen zu können, weil man auf die Hilfe einer anderen Person angewiesen ist, die gerade nicht da ist oder keine Zeit hat. Die wichtigste Frage war meiner Meinung nach die nach der Sicherheit. Ich erhielt darauf hin eine spacige Schutzbrille und einen Laborkittel aus 65% Polyester sowie blaue Nitrilhandschuhe in meiner Grösse. Das erste, was wir in Paderborn in der Sicherheitsunterweisung über Laborkittel lernen, ist: Nur reine Baumwolle! Polyester reagiert fies bei Entzündung. Hoffen wir, dass ich davon verschont bleibe. Generell laufen aber alle im Labor ohne Kittel und Schutzbrille rum. Den Kittel ziehe ich auch nur an, wenn ich Angst um meine Kleidung habe. Die Schutzbrille wird aber immer aufgesetzt, ich habe nur ein paar Augen.

Spacige Schutzbrille! Drückt aber nach einiger Zeit trotzdem...

Spacige Schutzbrille! Drückt aber nach einiger Zeit trotzdem…

Generell ging es mir die Woche über nicht ganz so gut. Also körperlich fit war ich wohl, ich habe ja erfolgreich meine Ernährung umgestellt, jedoch bin ich die gesamte Woche morgends nicht aus dem Bett gekommen. Das hat zur Folge, dass ich 1. alle Vorlesungen Biochemie verpasst habe und 2. jeder Tag irgendwie doof angefangen hat. Aber wenigstens war ich immer ausgeschlafen. Das ist ja auch was Wert. Aber zufrieden war ich damit nicht. Ich hoffe, das wird sich in Zukunft wieder ändern, denn einen Grund gibt es dafür eigentlich nicht. Ich hab aber nichts verpasst in den Vorlesungen, am Wochenende konnte ich eben alle Materialien aufarbeiten und sogar das erste Assignment (so eine Art Hausaufgabe) fertigmachen. Die Assignments werden Online eingereicht und bei erfolgreicher Absolvierung bekommnt man pro Assignment ein Prozent auf die finale Note. Macht insgesamt vier Prozent, die im Zweifelsfall den Arsch retten können, da diese Punkte nicht als Bonus gelten, sondern ganz regulär zur Note gezählt werden. Bei vier bestandenen Assignments kann man also auch mit 46% der sonstigen Punkte den Kurs bestehen.

Auch in Englisch habe ich meine erste Arbeit (Draft) wiederbekommen. Wir sollten eine Definition eines Terminus oder eines Konzeptes aus unserem Fachgebiet über mind. 200 Wörter schreiben, unter Berücksichtigung von Prinzipien, die wir vorher erarbeitet hatten. Ich habe versucht eine Definition von Oberflächenspannung zu schreiben. Eigentlich ein schönes Thema, jedoch vielleicht auf 200 Wörtern in 75 Minuten ein bisschen schwer zu definieren. Das ist mir leider erst mittendrin aufgefallen. Aber die Lehrerin ist sehr kulant, wer in der Zeit nicht fertig wird, darf nach einem Raumwechsel (der Raum wird ja von einem anderen Kurs benötigt) in ihrem Büro zu ende schreiben. Ich habe dort Wörter gezählt, da ich das in der Klasse nicht mehr geschafft hatte. Immerhin hatte ich in meinem ersten Draft dann 15 von 20 Punkten, was verglichen mit allen anderen sehr gut war. Freitags durften wir den Text dann nochmal überarbeiten, was sich sicherlich nicht negativ auf die Gesamtpunktzahl auswirken wird. Aber die Korrektur bekommen wir erst Freitag wieder.

Am Mittwoch Abend bin ich spontan mit Tashrif und seinem Freund John raus gegangen. Im Student Life Center der Uni gibt es einen Pub/Restaurant, den Bombshelter Pub (genannt Bomber). Dieser wird von der FEDS (vergleichbar mit dem ASTA) betrieben und immer Mittwochs ist Bomber Wednesday, dann wird der Pub zu einem kleinen Club. Tja, was soll ich sagen? Ich hatte sicherlich schon mal erwähnt, dass ich Unipartys nicht leiden kann, die Musik ist zu schlecht und die Leute passen mir nicht. In Kanada ist das leider nicht anders. Die Musik war mies und die Leute…naja… wir haben uns alle drei irgendwie zu alt gefühlt. Nach einer Stunde oder so sind wir dann auch wieder gegangen und haben auf dem Heimweg noch ein paar Runden Kicker am Plaza gezockt. Tashrif war aber zu betrunken und John zu schlecht, sodass ich alle Spiele gewonnen habe. Da hatten die beiden auf Kickern auch kein Bock mehr. Also wieder nach Hause. Dort haben Tashrif und John den Rest des Abends mit kiffen verbracht und wir haben Musik gehört. Das mit dem Kiffen ist so eine Sache, entweder ich bewege mich in Deutschland in der falschen Gesellschaft, oder es ist hier viel verbreiteter. Ich habe das Gefühl, für die beiden Jungs gehört das einfach zu einem guten Abend dazu.
Auch als Mourad, Tashrif und ich am Samstag ins Kino gefahren sind hatte Tashrif schon wieder einen durchgezogen und war ein bisschen neben der Spur. Wir sind mit Mourads blauem Honda ins Kino in der Conestoga Mall gefahren. Mourad hatte vorgeschlagen, dass wir Fast & Furious 6 gucken, ich wollte einfach nur was machen. Mourad ist ein ziemlicher Autoliebhaber und hat auch schon einiges an seinem Honda gemacht. Es macht immer Spass mit ihm durch die Gegend zu fahren, die Musik ist immer gut und das Auto verbreitet dank Innenraum-LEDs ein ziemlich cooles Feeling. Das Auto hat eine manuelle Gangschaltung, was in Nordamerika total unüblich ist. Mourad sagt immer, er ist der einzige der mit seinem Auto fahren kann. Keine Ahnung wo er das gelernt hat. Das Kino war ähnlich den deutschen Kinos, es gibt aber viel mehr unterschiedliches Essen zu kaufen (natürlich alles Sacketeuer). Die Tickets sind mit 10,50 $ billiger als in Deutschland, dafür hat man aber auch keinen reservierten Sitzplatz. Wir waren schätzungsweise 30 Min vor Filmstart im Kino und haben nur noch Sitzplätze sehr weit vorne ergattert. Der Film ist aber auch erst eine Tag vorher rausgekommen. Ich war damit nicht unglücklich, denn wir hatten in unserer Reihe eine exorbitant hohe Beinfreiheit. Die Sitze sind grösser und komfortabler als in Deutschland (eher wie Autositze), sie lassen sich sogar ein bisschen nach hinten kippen, sodass man auch keinen steifen Nacken bekommt, wenn man weiter vorne sitzt. Mourad und Tashrif hatten sich Popcorn gekauft. Eine sehr populäre Geschmacksrichtung hier ist Buttergeschmack, dabei wird einfach zerlassene Butter über das Popcorn gekippt. Ich habe abgeleht zu probieren. Als ich erzählt habe, dass wir in Deutschland süsses Popcorn haben wurde ich hingegen komisch angeguckt. Naja, Geschmäcker sind halt verschieden. Der Film war ganz gut, ein Actionfilm halt. Aber alleine schon wegen Vin Diesel und Dwayne “The Rock” Johnson hat es sich gelohnt. Es wurde oft auf frühere Filme angespielt, was ich natürlich nicht verstanden habe. Aber auch ohne das war der Film wirklich in Ordnung. Mit der Sprache gab es nicht so die Probleme, gerade bei solchen Filmen ist die Sprache eh ein bisschen nebensächlich. Die Handlung bekommt man auch grösstenteils mit, wenn man nichts versteht. Da war Cloud Atlas schon schwieriger. Aber das Kino war gut, ich hätte wohl Lust öfter da hin zu gehen.

So, sind schon wieder ein paar Wörter mehr geworden, wie prophezeit. Alles was ich jetzt noch an kleine Anekdoten aufgespart habe, bewahre ich mir mal für einen der nächsten Berichte. Na gut, einen Spoiler gibt es schon vorab: Canadian Geese ;-). So, ich wünsch euch was, bis demnächst.

Euer Niko

Ein Gedanke zu „[W3] Oh wei, schon Woche Nummer 3!

  1. Janosch

    haha… das mit dem kiffen dacht ich mir hier in Bremen auch.
    gestern allein. ich grille mit ner Gruppe von 11 Personen. ich kenne eine davon.
    nach 3 Minuten Anwesenheit: willst mal ziehen? 😉

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