[W8] Große Pläne

Hi there!

KanuWell, long time not seen! Ist ja auch erst knapp ein Monat vergangen… Ich hab erst überlegt, ob ich vielleicht ein paar Wochen skippe, aber ich habe extra Fotos gemacht und die möchte ich natürlich zeigen :) Also wollen wir mal sehen, ob ich die Ereignisse anhand der Notizen noch adäquat auf die Reihe bekommen tu.

Zu Beginn der Woche gab es einen kleinen Schock, ich hab mal ganz unverbindlich gefragt, wann denn ungefähr der Vortrag zu meinem Projekt starten soll, mein Professor meinte Mitte Juli? R U serious? Was soll ich denn bitte in zwei Wochen noch für Ergebnisse kreiere, die in irgendeiner Form erwähnenswert wären? Später habe ich dann die Mail vom Supervisor für den Kurs nochmal genauer gelesen: “Toward the end of July/beginning of August, you will be asked to give a 20-min presentation.” Das hat mich dann wieder ein bisschen beruhigt. Vielleicht schaffe ich es ja doch noch bis dahin irgendetwas Erwähnenswertes zu erreichen. Aber der Schock tat ganz gut, sowas ist unglaublich motivationsfördernd.

Am Dienstag hatte ich mein Instructors Meeting in Englisch, während diesem mit 20 Minuten veranschlagten Meeting sollte ich anhand meiner Fehler in den ersten beiden Arbeiten meine Schwächen identifizieren und Strategien zur Eliminierung (oder zumindest Minderung) dieser vorschlagen. Zur Vorbereitung dieses Meetings habe ich mir dann auch schlussendlich das zweite von Pat vorgeschlagene Lehrbuch gekauft, The Essentials of English –  A Writers Handbook von Ann Hogue. Ich muss sagen, dass dieses Buch wirklich mal eine sinvolle Investition war! Eine echte Goldgrube für jeden, der englische Texte verfassen muss. Es ist zwar auf Englisch, aber sehr gut verständlich. Es beinhaltet die komplette (für den Schreiber wichtige) Englische Grammatik und darüber hinaus noch Kapitel zum Satzbau, zur Zeichensetzung und zur Schreibmechanik (Groß- Kleinschreibung, Zahlen ausgeschrieben oder nicht, Anreden, Bindestriche, Abkürzungen etc. etc.). Weiterhin ist es vollgestopft mit Tabellen und Listen zu allen erdenklichen, hilfreichen Wörtern und Konstrukten. Wirklich sehr sehr gut, ich kann es jedem nur empfehlen. Besonders gefällt mir, dass es ein Handbook ist, also wirklich nur ein Nachschlagewerk und kein Lehrbuch voll mit Sachen und Übungen die ich nicht brauche. Dieses Buch werde ich auch mit nach Hause nehmen und nicht, wie das andere Buch, direkt an den Used-Books-Store verscheuern, sobald ich aus dem Kurs entlassen bin. Mit diesem Buch im Schlepptau konnte ich dann auch meine Fehlerquellen angreifen und endlich auch mal verstehen, was ich da immer falsch mache. Einer meiner prominenten Fehler ist nämlich die Kommasetzung, die sich im Englischen doch ein bisschen anders verhält als im Deutschen. Das hab ich aber bisher gekonnt ignoriert, weil ich den Teil des Englischunterrichtes anscheinend gelöscht habe. Jetzt weiß ich wenigstens ansatzweise, wo ich ein Komma zu setzen habe und wo nicht. Pat war sehr zufrieden.

Eigentlich wollten wir am Samstag mit der International Student Connection zum Canoeing fahren, als wir aber am Freitag nach Karten gefragt haben, waren die schon alle weg. Fail. Aber wir brauchen keine ISC für einen Canoe Trip, das können wir auch alleine! Lest einfach weiter. In Zukunft sollte ich mich für Aktionen, die ich gerne machen möchte, am besten direkt anmelden und nicht auf Tashrif warten. Bis der in die Puschen kommt… naja, aber alleine hätte es sicherlich auch nicht so viel Spaß gemacht. Oder vielleicht doch. Wer weiß das schon.

Das Wetter hier geht langsam in Richtung Exrem-Sommer. Es ist noch nicht ganz so heiß, dafür aber unerträglich schwül! Einschlafen abends ist nahezu unmöglich, da wir ja, wie schon erwähnt, keine Klimaanlage im Keller haben. Weiterhin schafft das warme und feuchte Klima optimale Wachstumsbedingungen für eine ganz bestimmten Spezies: Den Schimmelpilz. Das der Duschvorhang und die Ecken im Badezimmer anfangen zu Schimmeln war so sicher wie das Amen in der Kirche, aber als auf einen Schlag alle meine Getreideprodukte angefangen haben zu schimmeln habe ich mich schon ein bisschen verarscht gefühlt. Da musste ich die letzten Tage bis zum Wochenende halt was anderes essen, schade. Außerdem macht sich eine Kolonie von Fruchtfliegen gerade in der Küche über dem Abfalleimer breit und auch in meinem Zimmer habe ich schon welche (wenn ich auch nicht weiß, warum). Am Wochenende habe ich mit selbstgebauten Fliegenfallen aus Essig, O-Saft und Spüli den Krieg gegen die Plage begonnen, aber Erfolge stehen immer noch aus.

Wenigstends die Abende sind noch vergleichsweise kühl...

Wenigstends die Abende sind noch vergleichsweise kühl…

Nun aber endlich zur Überschrift: Ich habe den nächsten Trip gebucht und die nächsten Trips geplant! Yeha! Der nächste Trip startet am Freitag, den 12.07 um kurz nach 7 morgends in Toronto und wird mich in vier Tagen durch die Städte Ottawa, seines Zeichens kanadische Hauptstadt, Montreal und Quebec City führen. Ich bin schon ganz gespannt! Da morgends um 7 natürlich noch kein Bus von Waterloo nach Toronto fährt werde ich wohl am Donnerstagabend anreisen und die Nacht in einem Hostel verbringen. Aber das habe ich noch nicht geplant. Weiterhin plane ich einen Trip nach New York City am Wochenende darauf und einen Trip nach Algonquin Park am Wochenende darauf. Beide Trips habe ich aber noch nicht gebucht, ich wollte erst einmal abwarten, wie es mir nach dem ersten Trip geht und wie es mir gefallen hat.

Wie oben schon angedeutet haben wir am Sonntag dann unser eigenes Canoeing veranstaltet, ich bin mit Tasrif zur Laurel Creek Conservation Area gefahren. Der Bus direkt da hin fuhr leider am Sonntag nicht und den Bus, der fast dahin fährt, hatten wir verpasst, konnten ihm aber noch hinterher winken. Da die Busse am Wochenende nur alle Stunde fahren und wir nicht noch länger warten wollten haben wir den Bus, der nur annähernd in die Nähe fährt, geschnappt. Als wir den Busfahrer fragten, wo wir am besten aussteigen sollten, hat er uns dringlichst davon abgeraten zu laufen. Ok, bei seiner Figur auch kein Wunder… Was körperliche Aktivität angeht sind die Kanadier den Amerikanern sehr ähnlich. Aber später dazu mehr.

Der Strand von Laurel Creek

Der Strand von Laurel Creek

Laurel Creek ist eine Art Naherholungsgebiet mit See und Campingplatz im Wald. Das erste Mal, dass ich in Kanada im Wald stehen konnte! Wälder gesehen habe ich natürlich auf meinem Weg nach Elora schon, aber da war es mir zu aufwändig, einen Abstecher zu machen. Schön im Wald, wären da nicht überall Mücken gewesen… Als wir dann durch den Wald den Eingang erreicht hatten (hat gar nicht so lange gedauert), durften wir erst mal 5$ latzen, auch typisch amerikanisch! Für das Kanu gingen nochmal 15$ drauf, aber dann konnten wir auch den langen Weg vom Eingang zum Wasser antreten. Wir waren irgendwie die einzigen, die zu Fuß angereist sind. Alle anderen Familine zuckelten in dicken Pick-Ups oder SUVs an uns vorbei. Als ich Tashrif sagte, dass ich es komisch finde, dass man hier mit dem Auto quasi direkt an den Strand fährt (von wegen Naturschutzgebiet und so), meinte er: “Man, these people are so lazy, they would drive directly into the water if they would be allowed” (Hey, die Leute hier sind so träge, die würde sogar mit dem Auto direkt ins Wasser fahren, wenn sie dürften). Wie gesagt, typisch amerikanisch.

Isses noch weit bis zum Wasser?

Isses noch weit bis zum Wasser?

Immerhin hatten wir nach kurzer Zeit auch unser Kanu erreicht. Es stellte sich heraus, dass Tashrif keine Ahnung hatte, wie man so ein Teil bedient. Und im Vergleich zu den Zweisitzerkajaks, die wir normalerweise beim Paddeln benutzen, sind diese Kanus ja höllisch instabil und wackelig. Aber wir sind trocken geblieben. Auf dem Wasser war es dann auch ganz schön, leider haben wir die Zeit ein bisschen verpennt und bei unpünktlicher Übergabe mietet man das Kanu automatisch eine weitere Stunde – uncool. Auch beschlich mich auf dem hektischen Rückweg das Gefühl, der einzige zu sein, der einen nennenswerten Beitrag zum Vorwärtskommen leistet. Wie dem auch sei, nach dem Anlegen und einem Sprint (oder dem, was mein Körper im aktuellen Zustand noch zu leisten vermag) zurück zum Eingang (trotzdem knapp 10 Minuten zu spät) konnte ich dann doch noch das schlimmste verhindern. Immerhin hab ich ja auch sichtlich bemüht ausgesehen.

So lässt es sich leben... paddel schneller!

So lässt es sich leben… paddel schneller!

Auf den Bus zurück mussten wir dann wieder eine halbe Ewigkeit warten und als wir dann endlich zuhause waren musste Tashrif feststellen, dass der LCBO schon geschlossen hatte. Also kein Bier für den Canada-Day morgen. Ich bin dann noch in die Uni gestiefelt, ich hatte noch ein Online-Quiz für Englisch zu erledigen, das ich schon das ganze Wochenende vor mir hergeschoben hatte. Online-Quizzes sind halt schwierig, wenn man immer noch kein Internet zuhause hat.

Als ich wieder zurückkam hatte Tashrif schon mit Mourad und seinem Freund Usman den Abend klargemacht: Bowling. Ok, wann soll es losgehen? In 10 Minuten. Na super, noch nicht geduscht, nix gegessen und todmüde, tolle Idee in 10 Minuten loszufahren. Also nur noch schnell unter die Dusche gehüpft und im Auto einen Apfel gefuttert. Das Bowlen war dann echt gut, auch wenn wir in den ersten beiden Runden echt mies gespielt haben. Die letzte Runde war dann voll super, leider ist in der Runde auch die Bahnmechanik irgendwie ausgerastet und hat keine Strikes und Spares mehr gezählt. Bekloppt.

Warum halte ich als einziger keine Bowlingkugel in der Hand?

Warum halte ich als einziger keine Bowlingkugel in der Hand?

Das war jetzt schon wieder viel zu viel Gelaber über unwichtige Details, aber jetzt, da ich es endlich geschafft habe, wieder mit dem schreiben anzufangen, werde ich einen Teufel tun, wieder damit aufzuhören. Seit gespannt auf den Bericht der nächsten Woche, am Montag hieß es: Canada-Day!

Bis dahin, euer Niko

Auf dem Weg zum Wasser.Isses noch weit bis zum Wasser?Ja, Schwimmwesten sind wichtig. Es könnte eine Springflut kommen.Der Strand von Laurel CreekKanuEndlich gehts los!Die Schuhe habe ich sicherheitshalber ausgezogen.Ufer.Insel.Baum. Naja, immerhin früher.Insel und komischer Typ rechts außen.So lässt es sich leben... paddel schneller!Eine Pause in Ehren......kann niemand verwehren.Komisches Gerüst. Wozu das wohl gut ist?...Auf dem Rückweg.Endlich geschafft!Ein Männlein steht im Walde...Jeha, das Nightlife von Waterloo!Mourad räumt ab.And now, silence please!Warum halte ich als einziger keine Bowlingkugel in der Hand?

3 Gedanken zu „[W8] Große Pläne

  1. Svenja

    Ahhh, die Fotos sind ja toll 😀 Wart ihr auch im Wasser oder gibt es dort irgendeinen Krokodil-Schlangen-Piranha-Verschnitt???
    Du fehlst uns lieber Niko. Drücker aus dem viel zu warmen Ibbenbüren (nur der Sambuca auf Eis bringt jetzt noch eine Abkühlung)^^hehe

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    1. Niko Artikelautor

      Wir waren selbst nicht schwimmen, aber wie zu sehen sein sollte, gibt es genug Leute, die den Badestrand genutzt haben 😉 Ich denke nicht, dass da gefährliche Tiere im Wasser sind. Ich habe nur eine Menge Wasserpflanzen gesehen. Dennoch möchte ich da nicht unbedingt schwimmen gehen.
      Hebt mir etwas vom Sambuca auf, den gibt es hier nämlich nicht :(

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  2. Ma

    Ich finde deine Unternehmungen toll. Das liegt sicher auch daran, dass beim Lesen das
    Gefühl entsteht selbst mit dabei zu sein.
    Wann bist du mal erreichbar?
    Weiter eine gute Zeit für dich!
    Ma

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